31.12.2025 Jahresende und Bilanz

So, und für alle Zahlen-Interessierten und all die, welche der Meinung sind, bei den paar "Einzelschicksalen" brauchts doch so eine Station nicht. Hier die Zahlen: 

Pfleglinge Total: 238
davon verstorben in den ersten paar Stunden, also bereits mehr tot als lebend erhalten: 56
Dies sind Vögel, die zb. von den Findern falsch gefüttert wurden, die Katze drauf rumgekaut hat, Babys, die über lange Zeit total unterkühlt waren usw. 
Verstorbene, die in einem einigermassen guten Zustand ankamen, also innerhalb der ersten 24 h stabilisiert wurden: 24
Wer jetzt fragt: warum sind die denn trotzdem gestorben? Kann viele Gründe haben. Spätfolgen falscher Ernährung und / oder Hungerperiode, Spätfolgen nach inneren Verletzungen (Sturz aus dem Nest), was man von aussen nicht sieht, natürliche Selektion (Vögel, die sowieso von der Natur ausgemerzt wurden) oder halt auch Vögel, die zb. kaputte Beine haben, was man halt auch erst ab einem gewissen Alter sicher erkennt, 1 Spatz war blind, auch das merkt man erst ab einem gewissen Alter. 

Erfolgreich aufgezogen und ausgewildert: 153
Wenn man also die, welche in einem Zustand kamen, wo wirklich nichts mehr zu retten war, gleich abzieht, haben wir eine Auswilderungsquote der Restlichen von 86%.

Der häufigste Besucher war der Haussperling (95 Pfleglinge), gefolgt von Mauerseglern (73), Kohlmeisen (36) und dem Hausrotschwanz (16). Die anderen Arten sind tatsächlich Einzelfälle. Man darf hier aber nicht vergessen: sowohl Spatzen als auch Segler und Rotschwänze brüten halt meistens an Gebäuden und sind daher sehr nahe bei den Menschen und werden somit auch am ehesten gefunden. Viele andere Arten brüten in Büschen und Bäumen und werden schlicht übersehen wenn sie in Not sind (es sei denn, die Katze bringt sie heim, dann sind die Chancen eh verdammt schlecht!!)

Die Zahlen können leider nicht mit dem 2024 verglichen werden, denn dort gab es ja diese 19-er Limite, die natürlich dazu führte, dass ganz viele Tiere nicht angenommen werden konnten. Gut, dass dies nun (hoffentlich) Geschichte ist. 

Die genaue Zahl der Anfragen muss ich noch kurz auswerten. 
Natürlich hatte ich auch dieses Jahr div. Anfragen für Vögel, die ich nicht pflegen darf. Tauben, Rabenvögel, Stare, Amseln, Spechte, Greife und Eulen. Was mit diesen Vögeln dann jeweils passierte, kann ich in den meisten Fällen nicht zu 100% eruieren, ich habe aber da einige sehr ominöse Storys gehört. Oft ist es so, dass sich keiner zuständig fühlt und die Leute dann völlig hilflos mit einem Vogel in der Badewanne dastehen, um den sich keiner kümmern will und die, die wollen täte, darf nicht. Spannend waren auch jagbare Vögel, die gemäss Weisungen, die ich in de Bewilligung stehen habe,  eingeschläfert werden sollen, die dann aber "der Jagdaufseher abgeholt und in eine Pflegestation gebracht haben soll..." (mehrere Tauben, Krähen und auch Amseln). Schon speziell. Genau die Personen von der Jagdverwaltung, die mir untersagen, gewisse Vögel zu pflegen, weil eben Jagdbar / Schädlinge, die holen dann ebensolche Vögel ab und erzählen den Findern, die kämen jetzt in eine Pflegestation?!? Aber zu mir sind die Tiere nie gekommen (die Finder haben dann natürlich bei mir nachgefragt, wie es dem Tierchen geht). Sehr speziell. Aber leider höre ich solche Geschichten seit vielen Jahren, schade, dass da halt nicht transparent kommuniziert wird. Wenn man die Pflege gewisser Vögel schon verbietet, dann sollte man doch auch dazu stehen und dies so kommunizieren, weil am Ende bin ich ja die Dumme, wenn ich den Leuten ehrlich sage, sorry, jagbare Art, ich darf nicht. Und dann kommt der Jagdaufseher vom Kanton und bringt sie angeblich doch in eine Pflegestation, was aber ja nicht sein kann, da ja genau das nicht bewilligt wird. Häää?! Sorry, ich verstehe es auch nicht. 

 

Und weil ihr ja immer gerne Bilder anschaut, hier auch endlich noch einige Photos der Pfleglinge 2025: 

Hausrotschwänzchen

 

Kohlmeisen. Sie haben ihr Sonnenbad geliebt. Und auf dem Foto rechts sieht man bei den Steuerfedern schön die "Grimale", diese Unterbrüche, dunklen Bänder. Das zeigen Vögel, wenn sie Mangelerscheinungen hatten. An dieser Stelle sind die Federn oft schwächer. Woher kommt das? Das war in dem Alter, als der Vogel zu mir kam. Da hatte er vorher wenig / mangelhaftes Futter, hatte Stress (aus irgend einem Grunde kam er ja zu mir....). Da die Federn bei Jungvögel teilweise 2-3 mm am Tag wachsen, sieht man da eben schön, den Übergang, von der Natur und dann diese Stresstage und dann wieder die stabilen Federn, als der Vogel bei mir war. Die Vögel, die ich natürlich schon als Nackedeis erhalte, haben diese Grimale im Idealfall nicht, da sie ja während des gesamten Federwachstums optimal von mir versorgt wurden. 

 

Spatzi                                                                              Spatzen, Blaumeise, Hausrotschwanz

 

Grünfink                                                                           Mauersegler

 

Mauersegler

 

Buchfink                                                                           Tannenmeise, Kohlmeise, Blaumeise

 

Tannenmeise                                                                      Mehlschwalbe

 

Mauersegler                                                                       Spatzen und Kohlmeisen

 

15.09.2025 Jungvogel Saison beendet

Ich würde sagen: die Saison der Jungvögel 2025 ist hiermit offiziell beendet! 2 Mauersegler waren noch da und konnten nun bei schönem Wetter starten und die beiden letzten Spatzenkinder wurden ebenfalls ausgewildert und bevölkern mit anderen Spatzen den Garten und erfreuen sich an ihrem Futterhäuschen an der Hauswand. Bleibt zu hoffen, dass die wildernden Nachbarskatzen, die natürlich gecheckt haben, dass es in dem Garten sehr naturnahe zugeht und demnach viele Vögel herumflattern, keinen erwischen! 

Natürlich kommen immer noch fast täglich Anfragen rein, so wie der Bussard, der heute in einem Innenhof in der Stadt auf der Jagd nach Tauben, den Ausweg nicht mehr fand. Oder der kleine Spatz, der aber leider schon so schlecht zwäg war, dass er bereits auf dem Weg zum Tierarzt verstarb. 

Die Saison war lang und anstrengend. Aber auch erfolgreich! Durch unseren Umzug in ein Haus am Waldrand mit einem Garten, den wir sehr naturnahe gestalten, hatten wir auch die Möglichkeit, eine grosse Auswilderungsvoliere im Garten aufzubauen, die natürlich ideal als Vorbereitung für die kleinen Vogelteenager ist. Und innerhalb des Gartens sind sie relativ gut geschützt, ausser eben vor Katzen. Manche Arten lieben lieber im Wald. Kein Problem, der ist nur 20 meter entfernt. Genaue Zahlen der Saison werde ich noch nachliefern! Fakt ist: wenn man die Tiere, die in den ersten Stunden nach Ankunft verstarben (das sind die Fälle, bei denen man einfach nichts machen kann, da hätte kein Tierarzt helfen können!) nicht dazurechnet, haben wir eine Auswilderungsquote von ca. 80%. Und das finde ich klasse!! 

Die Arbeit geht natürlich auch nach der Saison nicht aus. Viel Administration, viel Räum-/Putzarbeit. Und natürlich auch schon wieder den einen oder anderen Gedanken an nächstes Jahr. Bekomme ich wieder eine Bewilligung? Nach wie vor stehen viele sogenannte Vogelkundler/Vogelschützer aus wichtigen Verbänden, nicht hinter (m)einer Station. Immer wieder mit der lächerlichen Begründung: diese Arbeit hat keinen Einfluss auf den Gesamtbestand, es hilft nur einzelnen Individuen. Für ganz viele Leute (nicht nur Vogelfinder, auch Leute aus politischen Gremien, Tierärzte oder auch Naturschützer) ein absolut nicht nachvollziehbarer Gedanke!
Weil genau diese Leute sind dann auch die, welche Freudengümpe machen, wenn hier in der Gegend eine seltene Art wie zb. der Sperlingskauz, von dem es wohl im Kanton BL nun 2 Bruten gab, auftauchen. Warum jetzt das? Sind doch auch nur "Einzelfälle". Sind ja nicht tausende dieser Art?! Müssen denn Spatzen, Meisen, Buchfinken usw. erst selten und bedroht werden, bis es sich "lohnt" ihnen zu helfen? Das ist doch ein absurder Gedanke! Mal abesehen davon, dass auch hier die Bestände stetig zurückgehen und gerade bei den Mauerseglern 50 Pfleglinge nicht gerade "Einzelfälle" sind. Vorallem wenn man dann die Pfleglinge ALLER Station der Schweiz (auch Sempach) zusammenzählt, da kommt man wohl auf mehrere hundert Mauersegler, die im 2025 von Menschen aufgepäppelt wurden! Einzelfälle?!?! Klar! :-P
Und man bedenke: es gibt immer mehr Projekte, die für Begrünungen und naturnahe Umgebungen plädieren. Starke Sache, stehe ich voll dahinter! Aber man muss doch auch wissen, je mehr Grün wir haben, je naturnäher unsere Umgebungen (auch in der Stadt) werden, desto mehr Tiere zieht das an (super!!!) aber desto mehr bekommen die Leute doch dann auch mit, wenn sich da eben auch Vögel ansiedeln. Und die Chance, dass da halt mal Hilfe durch Menschen gebraucht wird, ist einfach sehr hoch. Je mehr Vögel im Garten, desto eher die Chance, dass mal einer Hilfe braucht. Fazit: je mehr man die Natur fördert und die Menschen dies unterstützen, desto mehr braucht es solche Stationen wie meine, weil eben mehr Tiere in der Nähe der Menschen leben... 


20.08.2025

Es ruhiget deutlich. Weniger, dafür mühsame Anfragen. Vieles sind nun natürlich bereits Ästlinge, wo es nun auch in diesem Jahr wieder drum geht, den hilflosen Menschen zu erklären, dass ein befiederter Vogel, der durchaus mobil und munter aber halt nicht sofort auf dem Ast oben sitzt, in den allermeisten Fällen keine Hilfe benötigt! Und dann versuchen mir wiederum erst zu erklären, dass der Vogel halt nicht fliegen kann - gleichzeitig aber der Meinung sind, es hat unmöglich ein Nest in der Nähe. Ooooook. Aber wenn der Vogel ja nicht fliegen kann, muss es ja ein Nest in der Nähe haben, wie sonst ist der nichtfliegende Vogel denn da hingekommen?! Ja, da hört man spannende Spekulationen. 

Einige Segler bevölkern immer noch unsere Boxen, die werden aber in den nächsten Tagen, wenn das Wetter besser ist, starten. 2 Spatzen sind noch da, einer ist schon gross und eigentlich bereit für die Flugvoliere, der "muss" aber noch auf seinen kleinen Bruder, der noch im Nest eingekuschelt ist, warten. Ja, und das wars dann auch. Es wird auch Zeit, dass die Saison bald um ist, es gibt viel andere zu tun, was die letzten Monate liegen blieb!! Und ja, einige Tage frei wären auch mal nicht schlecht, immerhin bin ich seit Anfang April im Dauereinsatz mit Anfragen beantworten und Vögel aufziehen... 

 

27.07.2025

Die Segler nehmen ab... Viele sind geflogen. Knapp 20 sind noch da. Die meisten werden aber wohl in den nächsten Tagen starten. Auch heute haben wieder 2 Stk die grosse Reise in den Süden angetreten. 

Daneben haben wir noch 12 Spatzen in der Freiflugvoliere, 6 wilde Terrormeisen, die wohl irgendwas mit Specht und Kleiber am Laufen haben. Genaue Details sind noch nicht bekannt aber wenn ich sehe, wieviele Maden die immer noch bei uns abholen, läuft da definitiv irgend ein illegaler Handel....  Mal schauen, wie das dann wird, wenn all die Spatzen ausgewildert werden, ob die in diese Dealergeschäfte einsteigen oder eventuell den Meisen-Wurm-Ring auffliegen (haha, wie passend...) lassen. Es bleibt spannend! 
2 Spatzen sitzen noch im Inkubator, 7 Spatzen in der Höhle und 1 Buchfink (Punky) teilt sich die kleine Aussenvoliere mit einem noch nicht ganz reifen Rotschwänzchen
Also insgesamt wird es nun deutlich ruhiger, die Jungvogelzeit ist zum grössten Teil durch, die Segler werden ja schon bald wieder ihre Reise in den Süden antreten. Also, es ruhiget... 

 

16.07.2025

Segler, Segler und noch mehr Segler

Wieder einige News und Zahlen. Zur Zeit sind fast 40 Mauersegler und noch ein paar Singvögel bei mir. Gerade heute konnten wieder 2 Segler starten. Fast täglich starten welche und jedes Mal, wenn man sich freut über ein paar Esser weniger und mehr Platz in den Boxen, meldet sich kurz darauf wieder jemand, der mindestens einen, teils auch mehrere Segler gefunden hat... Dieses Jahr ist wirklich wild! Schlimm bei den Segler ist halt, dass sie teilweise miserable Esser sind. Man muss sie zwangsfüttern. Das heisst: Vogel erstmal hinsetzen und fixieren. Und da gehts schon los. Einige der Segler scheinen Sumo-Ringer zu sein, andere haben Karate als Hobby, wieder andere testen dabei gerne die Kraft ihrer Krallen und manche beissen sogar... Gut, Vogel im Schwitzkasten, jetzt muss das filigrane Schnäbelchen noch irgendwie geöffnet werden. Manche Segler beginnen sich nun wieder zu winden (siehe oben, Sumo-Ringer und Karate-Meister...), andere klemmen den Schnabel zu wie blöd - und manche lassen sich nun ganz brav und sanft den Schnabel öffnen, um dann aber gleich mit der Zunge das Heimchen, was ja da rein sollte, diskret aber sehr bestimmt wieder rauszuschieben! Pfui! Andere wiederum kämpfen wie irr, ist das Heimchen aber im Schnabel werden sie total hysterisch "oh, Essen, Essen!! So toll, her damit..." Wiederum andere tun so, als würden sie ganz brav schlucken, um dann, in einem unbeobachteten Moment, das Heimchen diskret mindestens 30 cm weit wieder auszspucken! Bääää, Pfui!

Nun, Segler sind entzückende, faszinierende und wunderschöne Tiere - teilweise aber richtig mühsame Pfleglinge. Von denen scheint es dieses Jahr auch wahnsinnig viele zu geben. Und trotzdem liebe ich sie ja über alles! :-) Und man muss dazu auch sagen, dass es auch eine ganz coole Seglertruppe dabei hat, die sich wunderbar füttern lassen. Das sind die, welche die Heimchen brav aus der Hand schnappen. 

Insgesamt hatten wir übrigens dieses Jahr bereits über 200 Pfleglinge! Daher freuen wir uns immer über jede Spende! Die Vögel fressen für etwa 600.- Futter im Monat! Und es braucht ja nicht nur das Futter. Es ist ein Fulltime Job, der aber keinen Verdienst gibt. Trotzdem muss die Miete und die Krankenkasse und alle Versicherungen bezahlt werden. Also, gerne weitersagen, Werbung machen.
Spenden können ganz einfach per Twint auf 079 256 12 84 mit Vermerk (Vogelstation) überwiesen werden. Vielen herzlichen Dank an alle Spender!!! 

Die genauen Zahlen und Statistiken kommen dann Ende der Saison. 

25.06.2025

Anfragen ohne Ende, allerdings zur Zeit auch wieder viele Ästlinge. Bitte lest hier die Infos, auch die Unterscheidung zwischen Nestling und Ästling. Und ja, immer wieder das selbe Thema: ja, es hat Katzen. Ja, es ist absolut blödsinnig, dass die während der Brutzeit wildern gelassen werden. Aber, wir können das halt nicht ändern und alle Vögel einsammeln, damit sie nicht von Katzen erwischt werden, ist definitiv der falsche Weg!

Die grosse Spatzentruppe (über 10 Spatzen) konnten nun endlich aus der grossen Aussenvoliere freigelassen werden. 2 Kohlmeisen stehen kurz vor der Auswilderung und bei den Kleinen sind nochmals einige Spatzen und diverse Kohlmeisen. 

Segler sind inzwischen 11 Stück da. 

 

17.06.2025

Heute kamen noch eine kleine Mönchsgrasmücke, 1 Spatzennestling und eine Kohlmeise. Es wird nicht langweilig... 

 

16.06.2025
Die ersten Hitzespringer sind da!!             

Yepp, nach über 35 Grad an 2 Tagen hintereinander, habe ich es fast befürchtet. Und da sind sie, rund 5 Tage früher als die letzten Jahre. Die ersten Mauersegler.

Amigo
Böbbele
C
Doris
Erin 
Frederic

sind bei mir und machen einen guten ersten Eindruck. Amigo war der erste. Grau, eine Mischung aus stachelig und flauschig, guckt einen schief an, ist aber tiefenentspannt. Wurde auf einem Brunnen gefunden (zum Glück nicht IM Brunnen). Die Finder haben alles richtig gemacht. 
Böbbele stammt von einer guten Bekannten, die viele Segerkästen am Nest hat, ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass ein Unterlegen möglich sei aber offenbar ging das nicht, da sie eine mega lange Leiter brauchen, die nicht verfügbar ist. Der Segler ist schon relativ gross, ich bin echt erstaunt, ich schätze mal, der hat schon seine 3 Wochen... 
Segler C, leider noch namenlos, ist ein kleiner Nacki, allerdings stossen die ersten schwarzen Borsten durch, das muss angenehm sein. Macht ebenfalls einen guten Eindruck. 
Doris ist das ganz ganz kleine Wesen, so einen Mini-Segler hatte ich tatsächlich noch nie, ich denke, der ist höchstens 3 Tage alt. Macht aber auch einen recht guten Eindruck, wenngleich bei Ankunft etwas kühl. Hoffen wir, das Miniding schafft es. Zumal Doris noch etwas ganz Wichtiges ist: Doris ist der 100. Pflegling im 2025!! 

Segler Erin könnte das Geschwister von Segler C sein, vielleicht 1-2 Tage jünger. Auch in einem bisher gut wirkenden Zustand.

Segler Frederic kam aus der Tierklinik, den hat mein Freund spät abends in einer wortwörtlichen Nacht- und (ohne) Nebel Aktion noch geholt, da keiner es geschafft hat, den Vogel schnell zu mir zu bringen, obwohl die Finder das anscheinend angeboten hatten. Schade. Gottseidank war er munter und in einem guten Zustand. Sein etwas verklebter Schnabel zeigen aber, dass da wohl irgendwas nicht ideales auf nicht ideale Art gefüttert wurde...
Nun hoffen wir, die packen es alle und das Wetter spielt nicht mehr so verrückt. 

Desweiteren hatten wir in den letzten Tagen nochmals einen Schwall von Spatzen. Insgesamt zur Zeit da: 5 Segler, 15 Spatzen (davon 5 in der Aussenvoliere, kurz vor Freilassung) und 6 Kohlmeisen, die ebenfalls bald in die Aussenvoliere können. 

 

10.06.2025

Es geht rund hier! Soll mal noch einer sagen, es brauche solche Stationen nicht. Anfragen täglich, wenn es nur 5 sind, ist es ein ruhiger Tag. Teilweise sind es über 20... Und es geht nicht nur um Pfleglinge. Viele Fragen rund um Vögel. Von Ornithologiekursen über Papageien Vermittlung zu Nistkasten Infos... Manchmal fühle ich mich wie die Vogelwarte Sempach. Eigentlich sollten die mich anstellen... 

Und ja, es kommen auch viele Vögel. Meisen und Spatzen am meisten. Oft klappt es gut und reibungslos, die Leute sind bemüht und halten sich an meine Anweisungen. Aber leider gibt es auch immer wieder "die Anderen". Leute, die einfach nicht checken, was eine Wärmeflasche ist, den Vogel dann halt in Stroh betten und sich wundern, warum der erforen bei mir ankommt. Leute, die sich Vogelfreunde nennen aber 3 Katzen zu Hause haben, die ihnen im Stundentakt die Vögel aus dem Nachbarsgarten aus dem Nest holen und sie selbst nach dem 3. Vogel noch nicht zu überzeugen sind, die Katze doch nun einfach mal drinnen zu lassen!!! Und wie praktisch, da man ja Katzen zu Hause hat, kann man den Vögelchen auch noch Katzenfutter geben. Jeder erfahrene Vogelpäppler kann sich vorstellen, in welchem Zustand die Kleinen bei mir ankamen... Ganz witzig sind auch die Leute, die ohne Namen und sonstwas einfach ein Photo eines Vogels und dazu die Google Maps Koordinaten senden. Danke, kann ich leider auch nichts machen. Also manche Leute machen sich das Leben wirklich leicht und verstehen nicht, dass ich keine Vogel-Einsammelstelle bin. Und dann haben wir die hochschwangere Dame, die den nackten (!!) Babyvogel in die pralle Sonne legte, damit er warm hat. Ich hoffe, sie macht das dann nicht auch mit ihrem nackten Baby... Ob der Vogel dann an Hitzeschlag, Dehydrierung, Verbrennung, inneren Verletzungen, Organversagen oder einfach allem zusammen verstarb, ist natürlich nicht erurierbar. Ja, gut gemeint ist nicht immer gut gemacht, vorallem wenn es dann auch noch an gesundem Menschenverstand fehlt. 

Und auch ganz "toll" sind die Leute, die einen Vogel finden, sich erst 2 Tage danach melden, dann wieder stundenlang keine Meldung machen, dann sagen, sie haben jetzt keine Zeit den Vogel zu bringen, wieder hört man stundenlang nichts. Und dann ist das Tier irgendwann tot. Erfahre ich dann aber auch nur - auf Nachfrage meinerseits - wieder Stunden später. Wenn weitere solche Fälle kommen, werde ich mal beim Amt anfragen, ob man da nichts machen kann. Ist ja auch nicht fair, wenn Wildtierhaltung ohne Bewilligung nicht gestattet ist, um eine Bewilligung zu erhalten, muss man x- Auflagen und Weiterbildungen erfüllen, Gebühren zahlen und es wird mit Bewiligungsentzug gedroht, sollte ich mich falsch verhalten - und solche Leute kommen dann ungeschoren davon? 

Nun genug geklönt! Ein paar Zahlen: wir haben bereits die 80 Pflegling-Marge überschritten. Und Mauersegler sind noch keine da. Über die Hälfte der Pfleglinge konnte ausgewildert werden. Ein Teil davon bevölkert unseren Garten und lässt sich immer noch gerne ein paar Maden geben. Weitere 5 Meisen sind in der Aussenvoliere und können bald in die Freiheit. 12 Spatzen in ihrer WG entwickeln sich auch super und auch da können die ersten bald raus. 
Heute hatten wir dann auch noch ehrenvollen Besuch der einen Hausbesitzerin, die hat sich das alles angeschaut und ist ja auch eine grosse Vogelfreundin. Sie war sehr beeindruckt und ich freue mich sehr, dass wir da Vermieterinnen gefunden haben, die diese Arbeit ermöglichen, schätzen und gutheissen. Auch die Nachbarn sind ganz begeistert. Das macht Freude! 

Zur Zeit bei uns: 12 Spatzen, 2 Katzenopfer Rotschwänzchen (eins bereits tot), 5 grosse Kohlmeisen, 5 kleine Kohlmeisen

 
24.05.2025

Ich komme tatsächlich nicht so viel dazu, hier zu aktualisieren, da ganz viele Projekte mich auf Trab halten... Auf Instagram gibt es allerdings immer wieder Updates, fast täglich, wer also dort einen Account hat und mir folgen möchte, meldet Euch doch bitte per Whatsapp dann sende ich Euch den Link. 

Wir haben wie immer natürlich einige Verluste (Spatzen) gehabt, aber auch schon viele Auswilderungen. 6 Spatzen kamen in die Freiheit und tauchen zum Teil auch heute noch an der Futterstelle im Garten auf. 12 Kohlmeisen, 1 Blaumeise und der Buchfink waren mehrere Tage in der grossen Voliere, hatten da richtig Party und sind nun ebenfalls in der Freiheit, respektive im Garten. Wenn nun die sch.... Nachbarskatzen (die wir ständig verscheuchen), die unmittelbaren Nachbarn nerven sich genau so über diese Viecher, uns keinen Strich durch die Rechnung machen, toben nun also ganz viele Meisen herum und freuen sich des Lebens. 
Eine Blaumeise und die Tannenmeise sind auch in der Pipeline, dann kamen neu 5 Hausrotschwänze dazu (ja, ein ganzes Nest, leider in einer Baustelle) und oha, einige Tage später genau die gleiche Situation nochmals, diesmal aber 4 Schwänzchen, etwas jünger als die anderen. Ein ganz kleines Baby Schwänzchen ist auch noch da. Damit es nicht langweilig wird, kamen auch noch eine Kohlmeise, 1 grosser Spatz und ein ganz kleines nacktes Baby Spatzi. Insgesamt sind wir nun bei bereits über 50 Pfleglingen im 2025, von den Anfragen (im Durchschnitt 6 pro Tag) will ich gar nicht sprechen. Also wer der Meinung ist, so eine Anlaufstelle braucht es nicht, hat irgendwas nicht verstanden... :-) 

Zur Zeit also aktuelle Pfleglinge: 

10 Hausrotschwänze
2 Spatzen
1 Blaumeise
1 Tannenmeise
1 Kohlmeise

 
01.05.2025

Es geht heiss her... Wortwörtlich. In den letzten Tagen sind sehr viele Vögel gefunden und bei mir abgegeben worden. Die Leute kamen teils im Stundentakt. Von den ganzen Anfragen von Vögeln, die ich nicht annehmen darf (Tauben, Amseln, Stare) wollen wir gar nicht reden. Schade ist halt immer noch, dass die Tierarztpraxen offenbar nicht informiert wurden darüber, dass Amseln und Stare als "Schädlinge" von mir nicht angenommen werden dürfen und die Tierärzte die dann halt guten Mutes aufnehmen, in der festen Überzeugung, die Vogelstation kann die dann ja nehmen. Ja ne, eben leider nicht. Aber eben, woher sollen die es wissen, wenn diese Infos / Verbote nur ich bekomme?! Etwas Transparenz wäre da wohl schon hilfreich, sonst wirkt das Ganze halt recht willkürlich... 

Diverse Spatzen (Fridolin der 1. hat inzwischen ein ganzes Harem....), ganz kleine und schon etwas grössere. 4 Kohlmeisen, 2 sind noch recht klein, da kam erst die eine, wir witzelten noch von wegen, die anderen fallen dann wohl auch noch raus. Heute dann die Meldung: haben nochmals eine, können wir kommen? :-) Die beiden könnten noch etwas mehr fressen, sind aber soweit fit. Die Spatzen sind alle super munter, allerdings sind das nun die Starken, wir hatten noch ein paar ganz kleine, die haben es nicht geschafft. Ja, wenn man halt Stunden lang wartet, bis man sich mal meldet und das Tier dann auch nicht wärmt, kann man keine Wunder erwarten. 

2 Kohlmeisen sind gekommen, die Eltern von der Katze gefressen (wie ich das hasse!!!), die Kleinen sind erst sehr schwach und apathisch angekommen, es waren 3. Die anderen lagen tot im Kasten, die 3. ist bei mir relativ bald auch verstorben aber die beiden Überlebenden machen sich richtig gut. 

Ebenfalls nochmals 2 Meisen im ähnlichen Alter, auch da kamen die Eltern nicht mehr (wohl auch eine Katze...) und auch da die anderen schon tot, die beiden dann leider gut gemeint aber falsch gemacht, mit Brot gefüttert. Starker Durchfall, alles verklebt, Meisen recht schlapp. Hoffen wir mal, sie schaffen es. 

Insgesamt zur Zeit Vogelbestand: 6 Kohlmeisen und 8 Spatzen (der 9. ist in der Pipeline)

 
Medienmitteilung BZ 24.04.2025

Zack, da meldet sich eine Person von der BZ und fragt, ob sie einen Artikel /Portrait über mich / die Station machen darf. Ja klar, wir hatten ja sowieso den Hinweis erhalten, mehr über Medien zu machen, um wieder etwas bekannter zu werden. Viele Leute wissen nämlich nach wie vor nicht, an wen sie sich wenden können und leider sind auch andere Instituitionen und Vereine mehr auf andere Tiere als auf Vögel fixiert, respektive sind halt eben der Meinung, Naturschutz sei was anderes, als Wildvögel zu pflegen... Schwierig! 
Wer also Interesse hat, gerne mal klicken und lesen


Hier gehts zum Artikel

 
22.04.2025 Fridolin, der Erste

Seines Zeichens... Wer hätte es gedacht? Trommelwirbel.... Ein Spatz! Nun, er ist noch so klein, er ist noch kein Schreihals, piepst noch ganz harmlos im Brutkasten. Das wird sich aber eventuell bald ändern. Seine Geschichte ist speziell: wieder mal Menschen, die leider zu langsam reagieren, nicht antworten und dann, nachdem schon eine Abgabe vereinbart wurde, plötzlich der Meinung sind, von Basel nach Therwil sei schon wahnsinnig weit, die Zeit haben sie nicht mehr heute, kann der Vogel auch morgen kommen?! Eeeeeh! NEIN!!! Der wenige Tage alte Spatz lang schon auf dem Teer, wurde gefunden, lag unterkühlt herum, mehrere Stunden passierte nichts, kein Futter, keine richtige Wärme. Und dann so lapidar: wir bringen ihn morgen. Neee, die Nacht hätte er nie überlebt, denn als er ankam, war es schon mehr als kritisch. Er hat dann auch etwas geserbelt und ich hatte Zweifel, ob er es packt. Inzwischen scheint er stabil, entwickelt sich, hat die Äuglein offen... und er hätte gerne einen Kuschelkollegen... Daumen drücken für Fridolin, den Ersten! 

 

April 2025 gut eingelebt am neuen Ort

Wir sind ja umgezogen und haben da alles passend eingerichtet. Auch die grosse Voliere im Garten ist so ziemlich bereit. Eine Futterstelle für die Wilden ist auch in unmittelbarer Nähe, auch das Wasser (täglich Behälter auswaschen und wechseln, Ausstiegshilfe für Insekten nicht vergessen... ) wird von den Gefiederten sehr gerne angenommen. Sogar 2 Schwanzmeisen haben wir nun regelmässig im Garten beobachten können. Und immerhin einer der Nistkasten ist besetzt. 2 Kohlmeisen sind eingezogen. 

 

Div. Anfragen

Anfragen gabs natürlich auch schon wieder ein paar. Ein Spatz kam tatsächlich als Pflegling zu uns, der hatte aber Katzenkontakt und wie so oft, lebte er leider nicht mehr lange. Daher mal wieder der Appell an die Freigängerkatzenhalter: wenn ihr nicht nur Katzenliebhaber sondern auch Tierfreunde seid, behaltet die Katzen während der Brutzeit drinnen und lasst sie nicht wildern!!! Zäunt Euren Garten so ein, dass die Katzen dort drin bleiben und die Wildtiere ausserhalb und die Nachbarn nicht behelligen (wir haben auch ständig Katzenscheisse im Garten, es ist eine bodenlose Frechheit sowas). Wenn ich meine Spazierdienst-Hunde alle in fremde Gärten kacken und dort lebende Tier jagen und quälen liesse, würde es ganz schön Chaos geben - bei den Katzen ist das aber halt "normal". Das ist doch lächerlich. 

Ein Grünspecht wurde auf mein Anraten zum Tierart meiner Empfehlung gebracht, der hat sich schnell erholt (der Specht, nicht der Tierarzt...) und konnte 1 Tag später wieder fliegen (immer noch der Specht und nicht der Tierarzt...). Amseln gab es schon div. Meldungen, schwieriges Thema, da ja die Jagdverwaltung mir verbot, Amseln aufzunehmen, da diese Tiere nun plötzlich als Schädlinge eingestuft wurden.  Eines der Themen, mit denen ich noch nicht glücklich bin. Ausserdem ist in der aktuellen Jagdverordnung BL die Amsel weder als jagdbarer Vogel noch als Schädling (bei denen man in manchen Fällen Selbsthilfemassnahmen ergreifen darf) aufgeführt... 
Da ja meine Arbeit gemäss den Kritikern "keinen Einfluss auf den Vogelbestand sondern nur auf das einzelne Individum hat", verstehe ich umso weniger, warum denn diese Einschränkungen überhaupt vorkommen. Es hat ja am Ende keinen Einfluss auf den Bestand der Amseln (als Beispiel), ob ich jetzt 5 Stk aufgezogen habe oder nicht. Es gibt aber viel Diskussionen, Unverständnis, Groll und böses Gerede bei Vogelfindern und Tierfreunden wenn ich es nicht darf. Ob das die Sache wirklich wert ist...? Vorallem: warum erhalten dann zb Tierärzte nicht auch die Weisung, dass sie Amseln nicht nehmen dürfen?! Warum bekomme diese Einschränkung nur ich? Da erhalten Tierärzte Amseln, melden sich bei mir und erfahren dann, ich darf sie nicht nehmen. Und was macht nun der Tierarzt mit der Amsel? Sorgt schon für sehr viel Unverständnis und Kopfschütteln gegenüber der Gesetzgeber! 

Auch betr. Tauben erhalte ich immer wieder Anfragen. Leider darf ich auch da nichts machen. Stadttauben sind streng genommen ja nicht mal Wildvögel sondern verwilderte Hausvögel. Da bin ich leider zur Zeit die falsche Anlaufstelle, wenngleich ich Tauben wirklich gerne mag und ihnen  gerne helfen würde.  Leider gibt es wohl in Basel keine betreuten Taubenschläge mehr (es gab mal aber die wurden geschlossen, warum auch immer, das ist so eine gute Sache!!!) und somit darf sich keiner kümmern obwohl es auch da fähige und und interessierte Leute gibt. 

 

Positiver Start ins 2025

Oha! Eventuell scheint sich doch auf Amts-Ebene etwas zu tun... Wir hatten 2 Personen der für mich zuständigen Ämter am neuen Ort in Therwil zur Kontrolle und siehe da, wir hatten tatsächlich gute Gespräche und ich habe seit langem wieder einmal gespürt, dass doch ein gewisser Goodwill vorhanden ist. Meine Fachkompetenz und meine Erfahrungen wurden anerkannt. Und dass es tatsächlich keine passende Ausbildung explizit für Singvögel und Segler gibt, wurde auch bestätigt. 

Der neue Ort wurde gutgeheissen, ist natürlich ideal gelegen, mit Garten und gleich am Waldrand und auch an den Volieren (die zu einem grossen Teil die Mitgenommenen aus Bottmingen und Reinach sind) wurde nichts bemängelt. 

Also vielleicht dreht sich nun doch der Wind wieder in eine positivere und wohlwollendere Richtung. Warten wir mal ab, was in der Bewilligung steht. Eine mündliche Bewilligung habe ich per sofort wieder. Ich hoffe wirklich, dass es nun endlich wieder in eine Richtung von einem Miteinander und nicht einem Gegeneinander geht. Wie gesagt: ich will ja gar nichts, ausser einer Bewilligung, die mich "meinen Job" machen lässt. Streiten ist viel aufwändiger und es hat ja keiner was davon, ausser, dass sinnlose Energien und Ressourcen verschwendet werden...

Die ersten positiven Schritte beiderseits wurden gemacht. Dies immerhin, nun hoffe ich, auf ein erfolgreiches und spannendes 2025 mit vielen Vögeln, denen geholfen werden kann (die Limite der 19 wurde ebenfalls nochmals klargestellt und "entschärft") :-) Vielen Dank!